Warenkorbübersicht

Im Warenkorb befinden sich keine Produkte.

Unser Laden 

 
Rohrteichstr26.jpg
in Bielefeld

PayPal-Logo “Sicher zahlen“

 


Wir bloggen mit!
Der Multiblog für nachhaltige Mode

Fair Wear Foundation

fairwear.gifDie Fair Wear Foundation (FWF) ist eine aus den Niederlanden stammende „Multistakeholder Initative“ mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie in den Produktionsländern zu verbessern.

Bei uns im Shop verweisen mehrere Marken (Continental Clothing, Earth Positive, Hemp Age) und Labels (Dull Clothing, Greenality, Risom) auf die Fair Wear Zertifizierung ihrer Textilien. Die Frage ist, ob die Fair Wear Foundation wirklich Verbesserungen der Arbeitsbedingungen schafft oder nur ein soziales Image für die Unternehmen produziert.1

1999 wurde die Fair Wear Foundation in Holland vom Verband des Einzelhandels, dem Verband der Bekleidungsfirmen, Gewerkschaften und Nicht-Regierungsorganisationen (u.a. Clean Clothes Campaign) gegründet. Die FWF verfügte 2007 über Einnahmen in Höhe von 730.000 €, wovon 65% vom niederländischen Außenministerium und Hilfsorganisationen kamen, 27% über Mitgliedsbeiträge und 7% über Inspektionsgebühren.

motojacket.jpgUnternehmen können der FWF beitreten und akzeptieren damit, den FWF Verhaltenskodex bei ihren Lieferanten durchzusetzen. Der FWF Verhaltenskodex richtet sich nach den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation und weiteren ILO Standards und dem Verhaltenskodex der Clean Clothes Campaign. Die Umsetzung des Verhaltenskodex wird als gemeinsamer Prozess der FWF und der Unternehmen gesehen. Beim Eintritt können also auch Missstände in den Fabriken bestehen, die beseitigt werden müssen.

Die FWF kooperiert in den Produktionsländern mit lokalen Akteuren (Arbeitgeberverbänden/ Gewerkschaften/NGOs) und entwickelt ein Beschwerdesystem. Die Unternehmen müssen ihre Produktion selbst überprüfen (internes Monitoring) und werden zusätzlich von der FWF kontrolliert (externe Verifizierung). Im Gegensatz zu anderen Siegeln, die nur die Herstellung eines Produktes zertifizieren (z.b Transfair), werden bei der FWF alle Produkte eines Unternehmens zertifiziert.


Ein Dilemma ist die Frage, wie hoch ein existenzsichernder Lohn ist und ob eine Existenzsicherung eine gerechte und ausreichende Bezahlung ist. 2007 hat die FWF eine „Lohnleiter“ entwickelt. Die  gezahlten Löhne der Lieferanten werden nach diesem System eingestuft und sollen sich Schritt für Schritt der höchsten Stufe annähern.

Als niederländische Initiative sind ein Großteil der Mitglieder (34 Firmen, Stand 2007) niederländische Unternehmen. Als deutsche FirmaHA_Damenpollover.jpg ist zuerst Hess Natur 2005 der FWF beigetreten, da es Kritik an den Sozialstandards in den Produktionsstätten von Hess Natur gab. Continental Clothing trat als erstes britisches Unternehmen der FWF bei. Es bleibt zu hoffen, dass diese Internationalisierung des FWF weiter voranschreitet.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Firmen, die der FWF beitreten, dieses nicht (vieleicht aber auch) für das soziale Image tun, sondern wirklich an der Verbesserung der Produktionsbedingungen interessiert und diese umzusetzen versuchen. Die Zusammenarbeit mit den kritischen Stimmen von NGOs (u.a. der Kampagne für saubere Kleidung), die Umsetzungsverpflichtung für die Unternehmen und die externen Kontrollen unterscheiden, unserer Ansicht nach, den FWF-Kodex von anderen Sozialstandards.

Allerdings darf man nicht glauben, dass die FWF für ein Schlaraffenland in der internationalen Textilbranche sorgt. Auch wenn sich die Arbeitsbedingungen, Arbeitsrechte und Löhne in einer "guten" FWF-zertifizierten Fabrik sehr deutlich von ausbeuterischen "Sweat-Shops" unterscheiden, kann sich eine chinesische Näherin, trotz 40 Stunden Woche, auch keinen Flachbildschirmfernseher zu Weihnachten kaufen.  

 

_________________________________________________________________________________________

1Der folgende Text basiert auf den Artikel „Die guten Prüfer“ von Gisela Burckhardt (ehrenamtliche Vertreterin von Terre des Femmes und NETZ-Bangladesch im Trägerkreis „Kampagen für Saubere Kleidung“), erschienen im INKOTA Brief 145 / September 2008. Wir haben versucht, objektiv über die FWF zu berichten, aber wir sind ein Shop, der FWF-zertifizierte Textililen (aus Überzeugung) verkauft... Für Kritik am Text oder kritische Texte zum FWF sind wir dankbar!