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Wofür steht das G.O.T.S-Siegel?

 

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G.O.T.S.steht für „Global Organic Textil Standard“ und ist ein neues Textilsiegel, dass alle Aspekte der Produktion zu berücksichtigen versucht. Das Ziel des G.O.T.S. ist, einen internationalen Standard für die Textilbranche zu schaffen, den KundInnen an einen eindeutigen Siegel erkennen. Bei der Entwicklung des G.O.T.S. hat der „Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft e.V.“ mitgewirkt und die Richtlinien der IVN Zertifizierung wurden übernommen.

 - G.O.T.S. zertifizierte Kleidung muss zu 90% aus Naturfasern bestehen, wovon mindestens 70% aus kontrolliert biologischen Anbau stammen müssen.

- Bei der Faseraufbereitung sind bestimmte chemische Prozesse nicht erlaubt. Gebleicht werden darf nur mit Sauerstoff.
- Zum Färben und Bedrucken dürfen nur gesundheitlich und ökologisch unbedenkliche Substanzen verwendet werden. Färben mit toxischen Schwermetallen, aromatischen Farbstoffen oder Azo Farbstoffe sind nicht erlaubt.
- Bei der Aufrüstung („knitterfrei“, wasserabweisend) dürfen keine synthetischen Hilfstoffe benutzt werden. Diese sind nur beim Weichmachen, Walken und Filzen erlaubt.
- Die fertigen Textilien müssen Rückstandsgrenzwerte hinsichtlich einer Liste gesundheitsgefährdener und umweltbelastender Stoffe eingehalten werden.
- Bei den Sozialstandards gelten die Kriterien der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) als Mindesstandard: Verbot von Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Misshandlung oder Diskriminierung, gerechte Löhne, Arbeitsschutz und Vereinigungsfreiheit.

Die am Herstellungsprozess beteiligten Betriebe werden einmal im Jahr kontrolliert und zertifiziert. Zusätzlich können auch unangemeldete Kontrollen durchgeführt werden.

jeans_women.jpgDas G.O.T.S. Siegel gibt es seid 2008 und soll sich zum internationalen Standard für sozial und umweltverträgliche Textilproduktion entwickeln. Die Berücksichtigung des gesamten Produktionsprozesses unterscheidet das Siegel deutlich von anderen Siegel und verdeutlicht bisher vernachlässigte Umweltaspekte.

Für die weitere Verbreitung des Siegels ist abzuwarten, wie die großen Textilriesen wie z.b. C&A und H&M reagieren und ob sie in Zukunft ihre Bio-Textilien mit G.O.T.S Siegel anbieten. Der Verweis auf Umweltschutz und gerechte Bezahlung durch „organic cotton“ erscheint uns bei manchen großen Firmen nicht mehr als Gewissenberuhigung für zweifelnde KundInnen zusein.

Im Gegensatz zur FairWearFoundation liegt unserer Ansicht nach ein Schwerpunkt auf den ökologischen Aspekten. Das Kontrollsystem zur Einhaltung der Sozialstandards ist bei der FWF ausgereifter.  Ein direkter Vergleich der beiden Siegel ist deshalb schwer möglich. Es bleibt zu hoffen, dass beide Siegelvertreter von den Wissen des anderen profitiert und es nicht zu unsinnigen Grabenkämpfen kommt.


Bei der Auswahl unserer Textilien achten wir auf das G.O.T.S.- Siegel, aber nicht zwingend. Besonders für kleine Produktionsfirmen und Projekte scheint die Zertifizierung zu aufwendig zu sein.